Wieder ist ein Kampf, pardon, eine Wahl, geschlagen. Schon vor
dem Tag der Tage wurde laut ins
Horn geblasen. Feind und manchmal wohl auch Freund wurden verschreckt. Dies
würde die (überraschend?)
niedrige Wahlbeteiligung zumindest notdürftig erklären. So manches Wahl-Versprechen
konnte nicht einmal
eine Katze hinter dem Ofen hervorholen. Warum ein warmes, sicheres Plätzchen
verlassen, wenn einem
anstatt Ruhm, Ehre und des obligatorischen Lorbeerkranzes nur Spott, Hohn und
zweifelhafte Erfolge erwarteten.
Aja, gegen Studiengebühren kämpfen. Fein – nur meiner Meinung nach ist der Beginn
des Volksbegehrens im
Herbst eine reine Farce und ein Schlag ins Gesicht. Just zu dem Zeitpunkt, wo
Herr und Frau Studierende
bereits in den Geldbeutel greifen müssen, wird das Volk eigentlich erst befragt.
Studierende haben offensichtlich
nicht nur eine marginale Lobby innerhalb der Bevölkerung, man zweifelt ihnen
scheinbar auch die Fähigkeit an,
zu erkennen, wenn sie für dumm verkauft werden.
Hin und wieder erinnere ich mich der Bewohner eines kleinen gallischen
Dorfes, die tapfer Widerstand gegen
die Eroberer leisteten. Die Zeiten haben sich geändert, Kriege und die Methoden
der Kriegsführung ebenfalls.
Aber die Sinnhaftgkeit eines Widerstandes scheint auch heute bei einigen Anläßen
gerechtfertigt zu sein.
Studiengebühren sind nur eine Sache von vielen, bei denen sich Engagement und
Aufbegehren lohnen.
Die Qualität an manchen Fakultäten läßt zu wünschen übrig. Die Willkür mancher
Professoren ist manchmal
gerade himmelschreiend. Drastische Einsparungen, die auf Kosten der Bildung
gehen, haben schon überall
Einzug gehalten. In vielen Sekretariaten der Institute scheint Freundlichkeit
nicht gerade oberstes Credo zu sein.
Sind das nicht auch alles Mißstände, die es zu beseitigen gilt? Und dabei ist
das wohl erst eine Spitze des
Eisberges. Bildung wird im wahrsten Sinne des Wortes ihren Preis haben und umso
mehr sollten wir daher
für unsere Rechte kämpfen.
Journalismus muß nicht immer reines infotainment oder entertainment
sein und im Extremfall sogar auf das
sogenannte tittitainment reduziert sein. Er kann sehr wohl die Aufforderung
enthalten, aufzustehen und sich zu
engagieren anstatt sich mißmutig seinem Schicksal zu ergeben. Mit ein wenig
Wehmut blicke ich auf die
vergangenen beiden Semester zurück. Ich kann nicht objektiv beurteilen, zu welchen
Teilen ich oben genannte
Ausdrucksformen des Journalismus inkludiert habe. Ich hoffe aber, dass es dem
einen oder anderen von euch
möglich gewesen ist, sehr wohl unterschwellige, manchmal sarkastische Kritik
an Menschen (schließt mich
selbst mit ein) und Gesellschaft zu entdecken. Falls jemand Interesse hat, weitere
literarische „Ergüsse“ von meiner
Wenigkeit zu lesen, dem sei eines gesagt: See you again but at another time,
at another place!